DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 4

Ausgerechnet die heißesten Tage im August hatte sich unser Hallenbauer und der Fußbodenbauer, die Firma Wiegrink GmbH & Co.KG ausgesucht, um eine der anspruchsvollsten und kompliziertesten Aufgaben beim Bau unserer neuen Halle auszuführen: das Anfertigen der Bodenplatte.

Die vorbereitenden Arbeiten wie z.B. das Aufbringen eines Feinplanums fanden bereits in den Tagen zuvor statt. Und so ging es am 13.08.2025 und 14.08.2025 bei jeweils deutlich mehr als 30 Grad los mit den eigentlichen Bodenbauarbeiten. Mehr als 40 LKW fuhren in diesen zwei Tagen den noch flüssigen Beton an. Dieser wurde in die Halle eingebracht.

Und dann kam der schwierige Teil. Sobald der Beton begann, fest zu werden, legten die Bodenbauer mit ihren Flügelglättern los, um den Beton möglichst ebenflächig und gleichmäßig zu verteilen. Auf einer Fläche von 2.000 m². Und da Beton keine Arbeitszeiten kennt, wurde Tag und Nacht gearbeitet. Hierfür hatten wir eigens eine Nachtbaugenehmigung eingeholt. Tagsüber wurde der Beton angefahren und in der Halle grob verteilt. Nach einigen Stunden, gegen Nachmittag, als der Beton „anzog“, kamen die Bodenbauer mit ihren Geräten, um handwerkliche Präzisionsarbeit zu verrichten.

Denn die Bodenplatte, die wir benötigen, soll nicht nur das Gebäude gut nach unten isolieren. Sie muss möglichst glatt sein, d.h. es darf möglichst keine Fugen, Risse und zu raue Oberflächenstrukturen geben. Denn andernfalls würde dies unseren Sportboden in seiner Funktion beeinträchtigen und ihn sogar auf lange Sicht beschädigen.

Montage der Dachkantbleche in Teufel-Rot

Und natürlich muss die gesamte Bodenfläche möglichst eben sein. Denn in einer Halle mit Gefälle spielt man vielleicht nicht so Tennis, wie das sein sollte. Die sog. Ebenflächigkeit, die wir benötigen, ist – wie so ziemlich alles in diesem Land – in einer eigenen DIN-Norm geregelt. Die DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 4. Diese Norm formuliert sog. erhöhte Anforderungen an die Ebenheit einer Oberfläche im Vergleich zu den üblichen Anforderungen. Konkret bedeutet das in unserem Fall: Zwischen zwei Messpunkten am Boden darf die Abweichung in der Ebenheit auf eine Entfernung von einem Meter max. 3 mm betragen. Bei einer Entfernung von zehn Metern darf es nur eine Ebenheitsabweichung von max. 12 mm geben. Und auf eine Messentfernung von 15 Metern liegt die maximale Abweichungstoleranz bei 15 mm.

Ein Tennisplatz entspricht in seiner Breite ca. zehn Metern. Und das bedeutet, eine maximal erlaubte Abweichung von 12 mm. Gleiches gilt natürlich bei einer Messung über die Länge eines Courts. Aber warum diese hohen Anforderungen? Für einen Tennisplatz? Unebenheiten führen zu unvorhersehbaren Ballbewegungen – der Ball springt zu hoch, zu flach oder seitlich weg. Natürlich wünschen wir uns konstante Ballabsprünge. Gerade bei schnelleren Belägen wie Hartplätzen oder Teppich ist eine gleichmäßige Oberfläche zudem essenziell für Technik und Timing. Und natürlich schont eine ebene Oberfläche die Gelenke und reduziert das Verletzungsrisiko wie z.B. Stolpern, Umknicken oder Stürzen infolge von Unebenheiten.

Erste Besichtigung der z.T. noch mit Schutzfolie abgedeckten Bodenplatte

Die hohen Anforderungen an Ebenheit und Glattheit der Oberfläche sind auch ein Grund dafür, weshalb die Bodenplatte – anders als man das vom Eigenheim kennt – nicht zu Beginn mit den Fundamenten gegossen wurde, sondern erst jetzt, wo die Gebäudehülle geschlossen ist. Zum einen macht es die Arbeiten unabhängiger von Witterungsbedingungen. Zum anderen wird das Präzisionswerk nicht direkt wieder dadurch zerstört, dass schweres Gerät im späteren Bauverlauf z.B. für die Dachbalken-Montage da ewig drauf hin und her fährt.

Nach zwei Tagen und zwei Nächten war die Arbeit vollbracht und die Bodenplatte fertig. Und bereits nach nur drei weiteren Tagen Trocknungszeit durften wir die Fläche betreten, den neuen Boden inspizieren und unseren eigenen Bauauftrag ausführen. Wir sollten in Vorbereitung der anstehenden Montage der Elektrik und des Hallenlichtes die Außenkanten der Doppel-, Einzelfeld- und Grundlinien ausmessen und die jeweiligen Ecken auf dem Boden kennzeichnen. Vielen Dank hier an Sarah, Tanja, unseren Vermesserprofi Mirko und Lutz, die diese Aufgabe an einem schönen Sonntagnachmittag übernommen haben. Die Elektrofirma, die montags darauf anreiste, um die Montage der Beleuchtung vorzubereiten, war voll des Lobes ob unserer präzisen Arbeit.

Die Außenkanten der Spielfelder werden ausgemessen…
… und für die spätere Ausrichtung der Hallenbeleuchtung markiert.

Wie geht es nun weiter auf dem Bau?

Die nächsten Wochen werden nun der Hallentechnik gehören. Licht, Heizung und Steuerung werden montiert und dafür einige Kilometer Kabel in der Halle verlegt. Zugleich werden die letzten Außenarbeiten an der Halle vollzogen und die Dachkanten mit Schutzblechen in Teufel-Rot versehen. Und die Halle wird final geschlossen, d.h. die Fenster und Türen werden eingebaut. Wie das alles funktioniert und wann in unserer Halle zum ersten Mal das Licht angeht, dazu mehr im nächsten Blogbeitrag.

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